Rote Karte für Rassismus

Realschule Hardtberg setzt ein deutliches Zeichen gegen Diskriminierung und darf sich ab sofort „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ nennen

Mit größtmöglichem Einsatz bei milden sommerlichen Temperaturen jagten die Schüler der Realschule Hardtberg (RSH) während des diesjährigen Schulfestes beim Fußballturnier „Fair Play – no to racism im Fußball“ dem Ball hinterher. Umso erstaunter waren sie, als sie Daniel Somuah, Spieler beim Bonner SC, am Spielfeldrand entdeckten. Somuah hat die Patenschaft für das Projekt „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ an der Realschule Hardtberg übernommen.

Bei der offiziellen Titelvergabe im Rahmen des Schulfestes erläuterte Schulleiter Björn Petry, welche Verpflichtungen die Schule mit dem Titel „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ übernimmt. „Dieser Titel soll nicht nur den Briefkopf unserer Schule schmücken, sondern muss mit vielfältigen Aktionen mit Leben gefüllt werden. Die eingegangene Selbstverpflichtung sieht unter anderem nämlich vor, dass die Schule nachhaltige und langfristige Projekte, Aktivitäten und Initiativen entwickeln muss, um Diskriminierungen, insbesondere Rassismus, zu überwinden.“ Fast 500 Schülerinnen und Schüler aus 70 Nationen, 40 Lehrkräfte und weiteres Schulpersonal haben sich für das Projekt ausgesprochen.

In ihren Grußworten zeigte sich die Hardtberger Bezirksbürgermeisterin Petra Thorand begeistert von den vielen Projekten zum Thema des Schulfestes. „Man merkt, dass an dieser Schule Vielfalt auch im Unterricht gelebt wird“.

„Ich dachte mir, ein Spieler des Bonner SC passt perfekt als Pate oder Botschafter für unsere Schule“, erklärte Rolf Haßelkus, Koordinator des Projektes. Beim Bonner Fußball-Regionalligisten steht nicht nur der sportliche Erfolg im Mittelpunkt. Selbst der Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier lobte die vorbildliche Integrationsarbeit des Bonner SC. „Fußball ist eine integrative Kraft und bietet positive Möglichkeiten, um gegen Rassismus vorzugehen. Anderseits sollte man aber auch nicht die negativen Erscheinungen verschweigen.“ Denn es gibt in den Bundesligastadien beispielsweise immer noch Affenlaute, um schwarze Spieler zu verhöhnen oder auch subtilere Formen der Diskriminierung gegenüber Frauen und Homosexuellen im Fußball.

Die Vertreterin der Organisation „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“, Frau Zeynep Pirayesh, Leiterin Kommunales Integrationszentrum der Stadt und Regionalkoordinatorin des Projektes, machte deutlich, dass die Realschule Hardtberg eine würdige Schule für dieses Netzwerk sei, in dem mittlerweile über 1000 Schulen bundesweit, davon 16 in Bonn, zusammengeschlossen sind. „Man sollte auf provozierende oder beleidigende Bemerkungen von Rassisten nicht mit Gegengewalt antworten. Es gibt auch andere Möglichkeiten des Protests, wie ich es soeben auf einer der Stelltafeln am Beispiel des brasilianischen Nationalspielers Dani Alves nachlesen konnte, der eine auf ihn geworfene Banane einfach aufaß und sich anschließend bei den rassistischen Fans der Gegenmannschaft mit den Worten bedankte: „Ich weiß nicht, wer die Banane geworfen hat, aber ich möchte mich bei ihm bedanken. Er schenkte mir die Energie für die zweite Halbzeit, in der ich noch ein Tor erzielte.“ Gelassenheit und Humor sei manchmal die bessere Antwort, stellte Frau Pirayesh abschließend in ihrer Rede fest.

Zum Abschluss der offiziellen Titelübergabe bedankte sich Daniel Somuah vom Bonner SC bei der Schulgemeinschaft der Realschule Hardtberg für das entgegengebrachte Vertrauen und erklärte zudem, dass es für ihn eine Ehre sei, diese Patenschaft übernommen zu haben.  Seine eigenen Erfahrungen bestätigen die Wichtigkeit eines solchen Projektes: „Ich bin in Bonn zur Schule gegangen und weiß, was es bedeutet, im Alltag immer wieder mit dummen Sprüchen beleidigt zu werden.“

Doch auch das Spielerische und Kulinarische kam beim Schulfest nicht zu kurz. Die Schülerinnen und Schüler vergnügten sich bei vielen Mitmachaktionen wie Kinderschminken, Sackhüpfen, Kegeln, einem Geschicklichkeitsparcours bis hin zu einer riesigen Hüpfburg. Traditionell sorgten die Eltern für ein reichhaltiges internationales Büffet mit Grillstation.

Das Schulfest mit der Titelvergabe „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ zeigte wieder einmal eindrucksvoll, dass Vielfalt und „Multikulti“ das Schulleben bereichern können.

Warum nun nicht den nächsten Schritt gehen und die Patenschaft mit dem Bonner SC erweitern und z.B. die Kooperation zwischen Fußballverein und Schule ausbauen?

Fragen, Wünsche oder Anregungen? Schreiben Sie uns eine E-Mail: info@rsh-bonn.de